• Ulrich Fiechter

Die Bedeutung der Schweiz für den weltweiten CO2-Ausstoss

Aktualisiert: Aug 25

Im Jahr 1997 wurde im Rahmen der Vereinten Nationen das Kyoto-Protokoll beschlossen, das danach 2005 in Kraft getreten ist. In dieser Vereinbarung wurden erstmals völkerrechtlich verbindliche Zielwerte für den Treibhausgas-Ausstoss in den Industrieländern festgelegt. Dadurch soll der CO2-Ausstoss reduziert werden. Es folgten weitere Abkommen. Die Frage nach der Entwicklung des CO2-Ausstosses seit 2005 ist deshalb berechtigt. Die Statistiken zeigen nun, dass dieser seit 2005 weltweit um knapp 30% zugenommen hat.


Eine etwas detailliertere Beurteilung ermöglicht die folgende Grafik, die die grössten CO2-Emittenten umfasst. Dabei werden diese nach ihrem CO2-Ausstoss in Tonnen im Jahr 2018 berücksichtigt (x-Achse und Flächeninhalt der Kreise) sowie deren spezifische Veränderung des CO2-Ausstosses von 2005 bis 2018. Ein noch etwas besseres Gefühl für die tatsächlichen Relationen gibt dabei der Vergleich mit der Schweiz, die als kleiner CO2-Emittent ebenfalls in die Grafik eingefügt ist.


In der Grafik erscheint deutlich China als grösster Emittent. China verursachte im Jahr 2018 mit über 11'000 Mio. Tonnen knapp 30% der weltweiten CO2-Emissionen. Zudem hat dieses Land den CO2-Ausstoss seit 2005 nicht verringert, sondern um knapp 80% erhöht. Der zweitgrösste Emittent sind die USA mit ca. 14% der weltweiten CO2-Emissionen. Diese haben jedoch ihren Ausstoss von 2005 bis 2018 um ca. 10% reduziert. Die EU28, als drittgrösster Emittent (ca. 9%-Anteil), hat ihren Ausstoss über die gleichen Jahre noch stärker als die USA um ca. 18% reduziert (vgl. EU-Report 2019, Fossil CO2 and GHG emissions).


Zum Vergleich zeigt die Grafik auch die geringe Bedeutung der Schweiz in dieser weltweiten Betrachtung. Sie hat einen Anteil von ungefähr einem Promille (1/1000) am weltweiten CO2-Ausstoss. Dazu geht aus der Grafik auch hervor, dass die Schweiz ihren CO2-Ausstoss von 2005 bis 2018 um ca. 10% reduziert hat.


Der Vergleich der Schweiz mit den weltweit grossen CO2-Emittenten soll auch ein Hinweis dafür sein, dass es wahrscheinlich vernünftig ist, wenn ein derart kleines Land keine kostspielige Vorreiterrolle bei der CO2-Reduktion einnimmt. Zweckmässiger dürften wirksame, aber wirtschaftlich tragbare, Lösungen im Gleichschritt mit allen anderen Ländern sein. Dies könnte auch als eine Richtschnur für die Revision des CO2-Gesetzes gelten.


Siehe auch den Blogbeitrag: Muss die Schweiz den Klimanotstand ausrufen?

18 Ansichten