• Ulrich Fiechter

Die CO2-Abgabe trifft ins Leere!


Fallende Erdölpreise verhindern heute die Erreichung der Klimaziele mittels einer CO2-Abgabe.

Weltweit wird das Ziel deklariert, den CO2-Ausstoss zu reduzieren, weil dieser eine erhebliche Belastung für die Umwelt darstellt. Aus diesem Grund soll in der Schweiz Heizöl relativ zu andern Energiequellen, die umweltfreundlicher sind, mittels einer CO2-Abgabe verteuert werden. Im Sommer 2015 wurde dann festgestellt, dass die angestrebte Reduktion des CO2-Ausstosses im Jahr 2014 nicht erreicht wurde. Die CO2-Abgabe auf Heizöl ist deshalb auf den 1. Januar 2016 um 6 CHF/100l auf insgesamt 22 CHF/100l erhöht worden. Das Bundesamt für Umwelt argumentiert in diesem Zusammenhang, damit würden die fossilen Brennstoffe verteuert und ein Anreiz zum sparsamen Verbrauch und zum vermehrten Einsatz CO2-neutraler oder CO2-armer Energieträger geschaffen.

Dieser Effekt darf erwartet werden, wenn alles andere gleich bleibt. Von 2011 bis im Herbst 2014 schwankte der Heizölpreis in der Schweiz um knapp unterhalb 100 CHF/100l. Ein Zuschlag von 6 CHF/100l (bzw. 6.48 CHF/100l mit MwSt) hätte den Preis entsprechend angehoben. Aber in Wirklichkeit sind nicht alle andern Faktoren gleich geblieben, der Erdölpreis ist nämlich seit dem Herbst 2014 auf dem Weltmarkt massiv gesunken. Die CO2-Abgabe trifft nun ins Leere. Die erwarteten Anreize gehen verloren. Das Heizöl kostet im Januar 2016 trotz Erhöhung der CO2-Abgabe über 40% weniger als im Herbst 2014 (vgl. dazu die Abbildung unten).

Dies verdeutlicht, dass die Anwendung dieses, aus marktwirtschaftlicher Sicht sinnvollen und bei stabilen Verhältnissen zweckmässigen, Instrumentes einer CO2-Abgabe zur Erreichung der Klimaziele überdacht werden muss.


Bemerkung: Die CO2-Abgabe ist ein Eingriff des Staates in das Marktsystem, weil die Marktteilnehmer nicht im gewünschten Ausmass auf die Umwelt Rücksicht nehmen. Dieser staatliche Eingriff hat Einfluss auf die Preisbildung.

#CO2Abgabe #CO2Ausstoss #Klimaziele

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