Marktsystem  (Erläuterungen)

Skalenerträge

 

Optimale Grösse

In der Stahlindustrie in Europa und in den USA konnte vor Jahrzehnten beobachtet werden, wie dank des technologischen Fortschritts und der höheren Qualifikation der Mitarbeitenden nach und nach grössere Stahl-werke gebaut wurden. Die grösseren Werke produzierten zu tieferen Durchschnittskosten als die älteren, kleineren Werke. Liegt dieses Phä-nomen vor, dann wird von steigenden Skalenerträgen gesprochen. Dies kann stark vereinfacht wie folgt illustriert werden: Verdoppelt man bei-spielsweise die Zahl der Hochöfen und die Zahl der Mitarbeitenden, dann erhöht sich der Ausstoss um mehr als das Doppelte. Bei gleichbleibenden Kosten pro Mitarbeitenden und pro Anlage sinken die Durchschnittskosten pro Tonne Stahl. Dieses Phänomen kann genutzt werden, bis eine opti-male Grösse erreicht ist, danach steigen die Durchschnittskosten wieder.

 

Wandel im Verlauf der Zeit

Steigende Skalenerträge sind in vielen andern Bereichen auch zu beo-bachten wie beispielsweise in der Automobilproduktion oder bei Verteil-zentren. Überall gibt es eine optimale Grösse. Diese ist unter anderem von der eingesetzten Technologie, dem Standort und von der Qualifikation der Mitarbeitenden abhängig und ändert sich deshalb über die Zeit. So wurden beispielsweise in den USA schon vor über zwanzig Jahren die Mammutstahlwerke durch kleinere, nun wieder kostengünstiger produ-zierende Stahlwerke abgelöst.