Marktsystem  (Erläuterungen)

In jeder Volkswirtschaft sind die unten aufgeführten drei Fragen zu beantworten. Dafür bildet in einer Marktwirtschaft der Preismechanismus ein zentrales Hilfsmittel. Die Märkte und der Preismechanismus bilden zusammen ein komplexes System, das hier als Marktsystem bezeichnet werden soll.

 

Drei Fragen

In der Regel wollen die Menschen ihre Lebenssituation verbessern, dies begründet teilweise ihr Streben nach mehr Wohlstand und Wohlfahrt. Die dazu erforderlichen Ressourcen (Arbeitskräfte, Rohstoffe, Umwelt, Boden, Kapital, …) sind jedoch knapp, deshalb sind in jeder Volkswirtschaft stark vereinfacht die folgenden drei Fragen zu beantworten: Was soll produziert werden? Wie soll produziert werden? Für wen soll produziert werden? Antworten auf diese Fragen werden in einer Marktwirtschaft in vielen Fällen mit Hilfe des Preismechanismus gefunden. Daran wird auch die Erwartung geknüpft, dass damit nur jene Güter und Dienstleistungen produziert werden, die den Bedürfnissen der Menschen entsprechen.

 

Preismechanismus

Hinter dem Preismechanismus stehen Angebot und Nachfrage, die auf den Gütermärkten bestimmen, was, in welcher Menge und in was für einer Qualität möglichst kostengünstig produziert werden soll. Ähnlich funktionieren die Faktormärkte (Arbeit, Rohstoffe, Boden, …). Auf diesen sollen Angebot und Nachfrage bestimmen, wie produziert werden soll. Es gilt beispielsweise zu entscheiden, ob mit mehr Leuten gearbeitet oder mehr Maschinen eingesetzt werden; oder welche Energiequellen (Wasser, Uran, Kohle, Sonne, …) zu nutzen sind. Mit dem auf den Faktormärkten erzielten Einkommen, kann auf den Gütermärkten eingekauft werden. Dadurch wird mitbestimmt, für wen produziert werden soll, d.h., wie gross der Anteil jedes Individuums am volkswirtschaftlichen „Kuchen“ ist. Dabei erfolgt die Zuteilung dieser Güter und Dienstleistungen nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Es ist jedoch nicht so, dass der Preis auf einem Markt allein durch eine Vielzahl von Anbietern und Nachfragern im Wettbewerb untereinander bestimmt wird. Wie die Abbildung zeigt, ist die Preisbildung auch einer Vielzahl von andern Einflüssen unterworfen, die selten in ihrer Gesamtheit erfasst werden können.

 

Grenzen der Marktwirtschaft

Wie allgemein bekannt ist, hat die Marktwirtschaft Grenzen. Sie kann nicht sich selbst überlassen werden. Meistens handeln die Marktteilnehmer mehr nach ihren eigenen und weniger nach den allgemeinen, übergeordneten Interessen. Zudem werden vom Staat Leistungen verlangt, die der Markt nicht erbringt. Weiter nimmt der Markt beispielsweise nicht Rücksicht auf schwächere oder behinderte Menschen, weshalb die Gesellschaft die Zuteilung der Güter und Dienstleistungen korrigieren muss. Auch nimmt der Markt nicht automatisch Rücksicht auf die Umwelt. Diese und andere Grenzen der Marktwirtschaft gilt es zu erkennen, zu analysieren und, falls von der Gesellschaft erwünscht, zu korrigieren. Deshalb benötigt eine Marktwirtschaft, wenn sie die Effizienz einer Volkswirtschaft fördern soll, eine ausgewogene staatliche Regulierung.